Mit großer Dankbarkeit und stillem Respekt nehmen wir Abschied von unserem Mitglied Johannes Rasenberger, geboren am 13. Juli 1931, der am 31. März 2026 gestorben ist.

Über viele Jahre hinweg war er unserem Verein eng verbunden, war Mitglied und hielt ihm in besonderer Weise die Treue. Mit großem Vertrauen übergab er unserem Archiv einen einzigartigen Schatz: mehr als 1.000 Briefe seines Vaters, eines Pfarrers aus Schöneweide, sowie zahlreiche Dokumente seiner Eltern und Großeltern. Damit bewahrte er nicht nur persönliche Erinnerungen, sondern leistete einen unschätzbaren Beitrag zur lebendigen Geschichte, von dem auch kommende Generationen profitieren werden.
Als Zeitzeuge berichtete Johannes Rasenberger eindrucksvoll aus vergangenen Jahrzehnten. Besonders bewegend waren seine Schilderungen über den Zweiten Weltkrieg aus der Perspektive eines Kindes und Jugendlichen. Ebenso eindrücklich erzählte er von seinem Lebensweg, insbesondere von dem mutigen Schritt, gemeinsam mit seiner Frau und den Kindern die Deutsche Demokratische Republik zu verlassen und nach Westdeutschland zu gehen – ein prägendes Kapitel seines Lebens, das er mit großer Offenheit teilte.
Bis ins hohe Alter blieb er neugierig und reiselustig. Sein großes Ziel war es, seinen 95. Geburtstag am geliebten Nordkap zu feiern – ein Wunsch, der ihm nun nicht mehr vergönnt ist. Doch seine Begeisterung für das Reisen lebt in seinen zahlreichen, oft reich bebilderten Reiseberichten weiter, die er mit großer Sorgfalt verfasste und zum Teil auch veröffentlichte.
Wir verlieren mit ihm nicht nur ein engagiertes Mitglied, sondern einen Menschen, der mit seiner Persönlichkeit, seiner Großzügigkeit und seinem Interesse an Geschichte und Leben bleibende Spuren hinterlassen hat.
Wir werden Johannes Rasenberger ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.